Zweites Themenforum legt inhaltliche Leitplanken für Teilprozessgruppen fest

2. Themenforum
2. Themenforum "Heute-bei-dir-Prozess" in Aachen
Mo., 19. Nov. 2018
iba

Aachen, (iba) – Mit dem zweiten von drei Themenforen des „Heute bei dir“-Prozesses hat die Analysephase des synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozesses begonnen. 270 Frauen und Männer hatten sich für das Themenforum des Handlungsfelds II „Den Menschen dienen“ angemeldet. Sie diskutierten über Nächstenliebe in der Gemeinde, Verbandliche Caritas, Katholische Verbände und Besondere Seelsorge.

In einem so genannten Open-Space-Format haben sich mehr als 40 kleine Arbeitsgruppen spontan gebildet, um für die vier Teilprozessgruppen des zweiten Handlungsfeldes Arbeitsaufträge zu erarbeiten. Diese wurden im abschließenden Plenum vorgestellt: Zum Beispiel wurde in mehreren Arbeitsgruppen die Situation des Ehrenamtes beleuchtet. Immer wieder wurde dessen Bedeutung hervorgehoben, auch für die Arbeit in den Verbänden. Die Teilnehmer des Themenforums wünschten sich mehr Wertschätzung und eine stärker Qualifizierung der ehrenamtlich Tätigen. Gleichzeitig warnten sie aber vor einer Überforderung durch eine steigende Fülle der Aufgaben. Die Einführung von Ehrenamtskoordinatoren könne ein möglicher Lösungsweg sein.

Die verbandliche Arbeit habe eine hohe Alltags- und Lebensrelevanz, so das Fazit einer weiteren Arbeitsgruppe. Diese Form der gelebten christlichen Nächstenliebe böte die Chance der Glaubensverkündigung und müsse stärker als bisher ergriffen werden. Allerdings fehlten den Mitarbeitenden hierfür oft die Sprachfähigkeit. Diese auszubauen, sei wünschenswert. Den Verbänden insgesamt wurde empfohlen, sich mehr zu vernetzen. Auf diese Weise könnten Synergieeffekte besser zur Geltung kommen. Etwa in der Gemeindecaritas, die im wesentlichen durch das Engagement Einzelner geprägt sei.

Andere Gruppen beschäftigten sich mit Kinder und Jugendlichen. Diese seien die Zukunft der Kirche. In sie zu investieren sei wichtig. Zum Beispiel in Form von Kindergärten. Zudem gelte es aber auch ein positives Bild von Kirche zu zeichnen: glaubwürdige Menschen seien genauso ein Schlüssel zum Erfolg, wie die Stärkung der Rechte durch mehr Partizipation.

„Ich bin beeindruckt, wie sehr sich jeder Einzelne mit seinen Ideen und seiner Kompetenz eingebracht hat“, dankte Bischof Dr. Helmut Dieser den Teilnehmern des zweiten Themenforums. „Mit Ihren Themen haben Sie Hauptaspekte des Handlungsfeldes 'Den Menschen dienen' genannt, und ich bin mir sicher, dass wir auf einem guten Weg sind.“

Die drei Themenforen mit jeweils hunderten Teilnehmern sollen die inhaltlichen Leitplanken für die weitere Arbeit der Teilprozessgruppen setzen. In diesen Gruppen werden sich anschließend jeweils acht bis zwölf Personen ein halbes Jahr lang im regelmäßigen Rhythmus treffen, um die verschiedenen Themenfelder intensiv zu bearbeiten. Alle Ergebnisse, Ideen und Rückmeldungen aus den Themenforen fließen in den „Heute bei dir“-Prozess ein. Sie setzen die Leitplanken für die Arbeit der Teilprozessgruppen, die in den kommenden Monaten intensiv inhaltliche Arbeit leisten.

Die drei Themenforen sind inhaltlich getrennt. Nach den ersten beiden Großveranstaltungen heißt es am 24. November in Krefeld beim Handlungsfeld 3 „Jesus überall begegnen“. Beispielsweise Kindertagesstätten, Schulen und Jugendeinrichtungen stehen dort als Orte von Kirche auf dem Programm.

Zum Hintergrund:

„Heute bei dir“ ist der synodale Gesprächs- und Veränderungsprozess im Bistum Aachen, den Bischof Dr. Helmut Dieser in seiner Silvesterpredigt 2017 ausgerufen hat. In verschiedenen Phasen, Gruppen und Foren sollen bis zum Jahr 2021 Meinungen und Vorschläge von Menschen aus dem gesamten Bistum gesammelt werden: Wie muss sich Kirche verändern, um den gesellschaftlichen Veränderungen weiterhin gerecht zu werden? Damit wird ein Anliegen von Papst Franziskus umgesetzt. In seinem Apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ ruft er zur Erneuerung der katholischen Kirche auf.  (iba/Na 087)

Zweites Themenforum Aachen

14 Bilder