Chocótraum: "Meine Stimme hat Flügel!"

Colegio San José in Istmina setzt sich für den Río San Juan ein

"Von meinen Großeltern habe ich die Kraft der Flüsse geerbt und die stille Tiefe meiner Identität."
Datum:
Fr. 4. Apr. 2025
Von:
Carina Delheit

Aus der Kooperation mit einer Kinder-Schreibwerkstatt aus Medellín hat die Bischöfliche Sekundarschule San José in Istmina/Chocó viele Anregungen mitgenommen und aus den eigenen Ideen eine Text- und Bildsammlung erstellt. Darin geht es um das Überleben des Río San Juan, an dessen Ufer die Kleinstadt Istmina liegt und der eine der großen Verkehrs- und Lebensadern in der wasser-, wald- und rohstoffreichen, aber auch strukturschwachen und vom bewaffneten Konflikt betroffenen Region ist.

Aus dem in der Jahrgangsstufe 5 Erarbeiteten haben die Schüler Jordyn Amud Minota, Jhojan Amud Moreno und Mateo Aspilla Torres ein Buch mit dem Titel "Neue Möwen-Generation" gemacht. Dahinter steht die Überzeugung "Meine Stimme hat Flügel": ich kann Gutes tun und weitersagen.
In der erzählten Geschichte dreht sich alles um den Río San Juan, den Fluss, den die Menschen der Stadt vor ihrer Haustür haben und von dem sie fast alle leben. Diese Erkenntnis wird in dem poetischen Satz zusammengefasst: "Von meinen Großeltern habe ich die Kraft der Flüsse geerbt und die stille Tiefe meiner Identität."
Ausgangspunkt für die am Workshop Beteiligten ist die Beobachtung, wie schmutzig der Fluss ist - so schmutzig, dass Baden darin keinen Spaß mehr macht und dass die Fische und alle Lebewesen, die von ihm leben (also auch die Menschen) extrem darunter leiden und in Gefahr sind. Bei der Frage, wie sich das ändern lässt, haben die Kinder sich, wie sie es nennen, als "chocoanische Träumer" betätigt und eine fantasievolle Vision zur Rettung des Río San Juan entworfen: Natur und Technik spielen zusammen, wenn der Fischroboter Jordan 3000 zum Einsatz kommt, die Menschen beim Müll Sammeln und Trennen unterstützt und besonders große Risiken anzeigt, so dass die Menschen konkret aktiv werden können. 
Die Schülerinnen und Schüler sind überzeugt, dass alle Lebewesen das Recht haben, in Einklang miteinander und mit der Umwelt zu leben, und richten ihren Appell nicht nur an die Mitmenschen in Istmina, sondern auch an andere in der Umgebung, wie z. B. am Río Tadocito und im Ort Tadó.
Mithilfe ihrer Wort- und Bildbotschaften und mit ihrem Engagement wollen Jordyn, Jhojan, Mateo und alle anderen von der neuen Möwen-Generation ihren Teil dazu beitragen, dass möglichst viele sich am Schutz des Gemeinsamen Flusses, Ortes und Globalen Hauses beteiligen.

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