Zum Inhalt springen

Abstimmung der Bischofskonferenz mit der Generalprokuratur:Gemeinsam für friedliche, freie und faire Wahlen

Gruppen-Workshop im Bistum Pasto.
Datum:
6. März 2026
Von:
Carina Delheit

Im Vorfeld des kolumbianischen Parlaments- und Präsidentschafts-Wahlkampfs hat die Kolumbianische Bischofskonferenz (CEC) der Strategie „Paz Electoral“ (Wahlfrieden) der Procuraduría General ihre Unterstützung zugesagt. Diese staatliche Institution hat in Deutschland kein Gegenstück und ist als oberste Kontrollbehörde als eine Art Ombudsstelle zur Sicherung der Rechtsstaatlichkeit auf nationaler und regionaler Ebene im Einsatz. Die Kampagne „Paz Electoral“ soll die Demokratie schützen, faire Wahlen fördern und eine freie und bewusste Beteiligung möglichst vieler an den den bevorstehenden Wahlen 2026 (8. März Kongress, 31. Mai Präsidentschaft, ggf. mit Stichwahl am 21. Juni) ermöglichen.
Die Unterstützung der CEC wurde beim Besuch des Generalprokurators Gregorio Eljach Pacheco am 6. Februar im Ständigen Sitz der CEC in Bogotá bei einem Meinungsaustausch über diese Initiative übermittelt. 
Die Vorstandsmitglieder der CEC Erzbischof Francisco Múnera Correa, I.M.C. (Vorsitzender), Erzbischof Gabriel Ángel Villa Vahos (Stellvertretender Vorsitzender) und Bischof Germán Medina Acosta (Generalsekretär) würdigten diesen Vorschlag als einen wichtigen Weg der institutionellen Zusammenarbeit im Dienst für Kolumbien.
In diesem Zusammenhang lobte der Generalprokurator die Unterstützung der kolumbianischen Bischofskonferenz für ihre Kooperation und den Beitrag der katholischen Kirche insgesamt zur Schaffung von Vertrauen und Zusammenhalt in kritischen Zeiten: „Der Glaube, den Sie vertreten, ist eine Triebkraft, die es uns ermöglicht, an eine transparente Demokratie zu glauben, in der der Respekt vor dem Nächsten die Regel ist“, betonte er. 
Die Kampagne „Paz Electoral“ ist Teil der strategischen Leitlinien der Procuraduría, die auf den Dialog zur Konsensbildung und die Stärkung der institutionellen Präsenz in den Regionen ausgerichtet sind und soll als vertrauensbildende Maßnahme wirken.

Für die katholische Kirche ist die Förderung des Friedens und von Initiativen, die dem Gemeinwohl dienen, ein wesentlicher Bestandteil ihres Evangelisierungsauftrags. Daher zielt die Abstimmung mit der Procuraduría darauf ab, Kräfte zu bündeln, damit die Durchführung der Wahlen als Chance für Begegnung und gemeinsame Verantwortung erlebt werden kann.
Der Generalsekretär der Bischofskonferenz Bischof Germán Medina Acosta sieht darin einen Weg zur stärkeren Einheit Kolumbiens: „Heute braucht das Land mehr denn je Einheit. Die Situation, in der wir leben, erfordert, dass wir alle unseren Beitrag leisten, und wir glauben, dass diese Initiative des Prokurators eine wertvolle Gelegenheit bietet, Einheit und Verbindungen rund um einen gemeinsamen Wert zu schaffen. Das brauchen wir.“
Gregorio Eljach würdigte seinerseits die historische Rolle der Kirche beim Aufbau des Gemeinwohls: „Wir erkennen in der katholischen Kirche einen historischen moralischen Kompass in Kolumbien, der unsere Gesellschaft mit Weisheit, Respekt und einem unerschütterlichen Engagement für das Gemeinwohl geleitet hat. Wir danken der Bischofskonferenz sehr dafür, dass sie sich der Strategie für friedliche Wahlen angeschlossen hat und damit die Legitimität unseres demokratischen Systems stärkt.“

Einer der zentralen Aspekte dieser Zusammenarbeit sind Aufklärungsaktionen, wie z. B. durch Pfarreien und Gemeindegruppen. Die Kirche wird sich mit darum bemühen, ein besseres Verständnis der Wahlverfahren bei der Bevölkerung zu erreichen und sie zu ermutigen, ihr Wahlrecht ethisch verantwortet und im Sinne des Gemeinwohls auszuüben.
Bischof Medina dazu: „Aufklärung durch die Verbreitung dieser Informationen ist sehr wichtig. Priester und Gemeinden werden so die Möglichkeit haben, sich erinnert und aufgerufen zu fühlen. Aber es ist auch wichtig, den Menschen zu helfen, das eigentliche Wahlverfahren besser kennenzulernen und ihr Wahlrecht nach bestem Wissen und Gewissen auszuüben.“
Dieser pädagogische Teil der Aufgabe zielt darauf ab, die Ausübung des Wahlrechts auf der Basis von grundlegenden Werten wie Wahrheit, Freiheit und der Förderung der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung leiten zu lassen.
Die Priester sind dazu aufgerufen, eine Schlüsselrolle als Förderer einer verantwortungsvollen Beteiligung zu übernehmen. In Pfarreien und Einrichtungen können sie die Gläubigen ermutigen, ihr Wahlrecht frei und verantwortungsbewusst auszuüben und so zum Aufbau einer gerechteren und versöhnten Gesellschaft beizutragen.
Der Generalprokurator zum gemeinsamen Engagement: „Die Präsenz der katholischen Kirche auch in den entlegensten Pfarreien garantiert, dass der Aufruf zu sicheren Wahlen alle erreicht. Wir würdigen Ihre pädagogische Arbeit, damit die Orte der Verkündigung Orte der Versöhnung sind, in denen jede Form von Zwang, Manipulation oder politischer Gewalt abgelehnt wird.“ 
Auf diese Weise werden die Pfarrgemeinden zu privilegierten Orten, um eine bewusste Beteiligung zu fördern und die demokratische Kultur auf der Grundlage ethischer und christlicher Werte zu stärken.

Die Unterstützung von „Paz Electoral” steht im Zusammenhang mit der jüngsten Botschaft der kolumbianischen Bischöfe zu den Wahlen 2026, in der sie alle dazu auffordern, sich aktiv an den Wahlen zu beteiligen und ihre Stimme „in voller Freiheit, ohne Bestechung” und in einem friedlichen Klima abzugeben. 
In dieser Botschaft fordern die Bischöfe dazu auf, die Vorschläge der Kandidaten im Lichte menschlicher und christlicher Werte zu prüfen und dabei Leben, Menschenwürde, Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität als Grundlagen für die Schaffung des Gemeinwohls zu fördern. Außerdem erinnern sie daran, dass Politik eine Form des Dienstes sein soll, die auf die ganzheitliche Entwicklung des Menschen und den Aufbau einer versöhnten Gesellschaft ausgerichtet ist.