39. Nationale Woche für den Frieden in Kolumbien:Der Friede ruft uns, bewegt uns, eint uns

Zum 39. Mal ruft ein breites Bündnis gesellschaftlicher Gruppen in Kolumbien, zu denen auch die katholischen Bistümer und andere kirchliche Organisationen zählen, landesweit für September zur Woche für den Frieden auf. Die ursprünglich zehn Aktionstage rund um den Gedenktag des kolumbianischen Heiligen und Patrons der Menschenrechte Petrus Claver (9. September) werden wie im letzten Jahr auf den ganzen Monat September ausgedehnt und stehen diesmal unter dem Motto „Der Friede ruft uns, bewegt uns, eint uns“.
Wie in den vergangenen Jahren wird zu zahlreichen Veranstaltungen von inhaltlichen Debatten über kulturelle Veranstaltungen bis hin zu Kundgebungen und Gottesdiensten eingeladen.
Angesichts der aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Naturkatastrophen wie Waldbränden, dem Erdbeben und menschengemachtem Raubbau an den natürlichen Ressourcen mit weitreichenden Folgen ist die Notwendigkeit, für ein friedliches Miteinander einzutreten und Schritte in diese Richtung zu gehen, groß.
Am 2. September veröffentlichte das Nationalbüro der Sozialpastoral/Caritas Kolumbien anlässlich der Woche für den Frieden eine Liste von sieben Führungskräften in Friedensprozessen, die in den vergangenen Wochen in den Departements Cauca und Nariño im Südwesten des Landes ermordet wurden.
Angesichts der Tatsache, dass sich alle Ermordeten für die Wahrung der Menschenrechte, für Opfer von Menschenrechtsverletzungen und friedensfördernde Maßnahmen eingesetzt haben, glaubt Caritas Kolumbien nicht an Zu- oder Einzelfälle, sondern sieht in den wieder gehäuft auftretenden Verbrechen eine Strategie von illegalen bewaffneten Gruppen aller Seiten im Kampf um die Kontrolle über Landflächen zur Ausbeutung durch Bergbau und Kokaanbau.
Das Schreiben der Nationalen Sozialpastoral ist daher mit der Forderung an die nationalen, regionalen und lokalen Autoritäten verbunden, mehr für den Schutz der Zivilbevölkerung in den besonders von Gewalt betroffenen Gebieten zu tun, und sich stärker für die Beseitigung der Ursachen von Bedrohungen, Vertreibungen und Ermordungen einzusetzen. An die internationale Gemeinschaft appelliert das Schreiben, weiterhin Friedensmissionen vor Ort zu begleiten und unterstützen.
Auch im Departement Chóco an der nördlichen Pazifikküste Kolumbiens nimmt nach den Wochen der erdbebenbedingten Hilfsmaßnahmen die Präsenz bewaffneter Gruppen wieder zu, so dass neue Flüchtlingswellen in die Departementshauptstadt Quibdó befürchtet werden.
Das ist umso tragischer, als die Folgen der Zerstörung durch das Erdbeben in Westkolumbien gerade in ländlichen Regionen wie dem Chocó noch lange nicht behoben sind und viele Menschen nicht nur Hab und Gut, sondern auch ihre Arbeit verloren haben.