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Das Kinderheim St. Hermann-Josef ist in Merkstein fest verankert:Ein Lebensort, der Sicherheit und verlässliche Beziehungen ermöglicht

Das Kinderheim St. Hermann-Josef ist seit mehr als 100 Jahren eine stationäre Kinder- und Jugendhilfe in Merkstein.
Datum:
Di. 28. Apr. 2026
Von:
Abteilung Kommunikation

Seit mehr als 100 Jahren gibt es das Kinderheim St. Hermann-Josef in Merkstein. Es nimmt Kinder und Jugendliche auf – unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Herkunft – und bietet ihnen eine Heimat. 

Immer in kirchlicher Trägerschaft

Ursprünglich gründeten die Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu, Hiltrup, das Heim als Waisenhaus der Pfarrgemeinde St. Willibrord, um Waisenkinder zu erziehen und zu betreuen. Seit 2024 ist das Heim in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) e.V. Alsdorf. „Als Solitär-Einrichtung hatte das Kinderheim keine Zukunft“, sagt Pfarrer Heinz Intrau. Deshalb entschied sich der Kirchenvorstand St. Willibrord aus wirtschaftlichen Gründen, die Trägerschaft abzugeben. „Dem Kirchenvorstand fiel das nicht leicht. Die Mitglieder haben sich deshalb bei der Suche nach einem neuen Träger bewusst für den Sozialdienst katholischer Frauen als kirchlichen Träger entschieden“. Insgesamt 36 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 6 bis 18 Jahren werden aktuell in Wohngruppen betreut. Schwerpunktmäßig sind es Kinder, die Verhaltensauffälligkeiten entwickelt haben und nicht ausreichend in ihrer Herkunftsfamilie gefördert werden können, deren Eltern mit der Erziehung und Versorgung zurzeit überfordert sind oder Kinder, die aufgrund von Sucht oder psychischen Erkrankungen der Eltern nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können. 

Kinderheim als Lebensort

Im Kinderheim erhalten sie eine familienähnliche Betreuung mit klaren Strukturen, die ihnen ein verlässliches Umfeld für Entwicklung und Stabilität bietet. Für einige Kinder und Jugendliche ist die Wohngruppe ein Zuhause auf Zeit, für anderen ist sie ein neues Zuhause. Sie bleiben solange, bis sie als junge Erwachsene in eine eigene Wohnung ziehen. Fast alle Kinder und Jugendlichen haben regelmäßig Kontakt zu ihren Familienangehörigen, besuchen diese oder werden in der Einrichtung besucht. „Es gibt einen hohen therapeutischen Bedarf“, sagt Einrichtungsleiter Lothar Mauer. Im Zentrum der pädagogischen Arbeit stehen Schutz, Beziehungsarbeit und individuelle Förderung. Das Kinderheim versteht sich als Lebensort, der Sicherheit, Geborgenheit und verlässliche Beziehungen ermöglicht, zugleich aber konsequent Eigenständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe als Ziele für die Kinder und Jugendlichen festlegt. „Ich weiß, wie Kinder sich entwickeln können und freue mich über jedes Kind, das seinen Platz im Leben gefunden hat“, erzählt Einrichtungsleiter Lothar Mauer über die Erfolge. 

In Merkstein fest verankert

Ein großzügiges Gelände mit kleinem Schwimmbad, Bolzplatz und ein Gemeinschaftsraum, der für vielfältige Angebote genutzt werden kann, unterstützen diese Entwicklung. Ebenso die enge Vernetzung des Kinderheims im Sozialraum. „Das Kinderheim gehört zu Merkstein“, sagt Dieter Forth, Geschäftsführer SkF Alsdorf e.V., und freut sich. Vielfältige Unterstützung und Zuwendungen erhält die Einrichtung aus der Bevölkerung. Außerdem bestehen zum Teil langjährige Kooperationen mit ortsansässigen Vereinen und Unternehmen, die den Bewohnerinnen und Bewohnern spannende Erfahrungen und Entwicklungen ermöglichen. 

Doch damit nicht genug. Das Kinderheim wächst weiter. Im Herbst dieses Jahres kam eine neue Inobhutnahme-Gruppe für Kinder und Jugendliche in akuten Krisensituationen in der Nähe des Standortes in Merkstein hinzu.