Elke Jodocy über ein besonderes spirituelles Angebot :Glauben erfahren im Einklang mit Pferd und Esel

Im pastoralen Raum Steinfeld verbindet Gemeindereferentin Elke Jodocy seit vielen Jahren christliche Spiritualität mit der Begegnung zwischen Menschen und Tieren. In ihrem Fall sind dies Pferde, Esel und Ponys. Was zunächst aus einer persönlichen Erfahrung heraus entstand, hat sich seit nunmehr zehn Jahren zu einem festen Angebot entwickelt, das Erwachsenen neue Zugänge zu Glauben, Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung eröffnet. Am Samstag, 12. September, lädt sie erneut zu einem besonderen Tag auf der Reitanlage Lindenhof,
Der Ablauf ist bewusst auf Entschleunigung angelegt: Nach einem geistlichen Impuls teilen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in zwei Gruppen auf. Die eine unternimmt einen Ausritt im Schritt und Trab, die andere hingegen führt Esel und Ponys auf einer kleinen Wanderung rund um den Reitstall. Das Thema lautet: „Du führst mich hinaus ins Weite“. „Ein Leitwort, das sich unmittelbar erschließt, wenn man vom Pferderücken oder beim Führen eines Tieres einen neuen, weiteren Blick auf die Umgebung und das eigene Leben gewinnt“, unterstreicht Jodocy. Das Angebot richtet sich an Erwachsene, die sich auf diese besondere Form spiritueller Erfahrung einlassen möchten. Für die Reitergruppe sind Grundkenntnisse erforderlich, damit die Begegnung mit dem Tier entspannt und sicher gelingen kann. Seit zehn Jahren bietet Jodocy diese Tage an – und sie erlebt immer wieder, wie sehr Menschen sich durch die Nähe zu Pferden und Eseln öffnen.
Ihre eigene Geschichte mit den Pferden begann spät. Zwar habe sie schon immer eine Affinität zu ihnen gehabt, erzählt Jodocy, doch erst nach einer Krebserkrankung und einem Stellenwechsel in den Raum Mechernich-Kallmuth fand sie den Mut, selbst mit dem Reiten zu beginnen. Der dortige St.-Georgs-Ritt, die Tradition der Pferdesegnung und die Begegnung mit der Reitgemeinschaft prägten sie nachhaltig. Mit 47 Jahren stieg sie zum ersten Mal in den Sattel – und entdeckte darin eine neue Form der Resilienz.
Besonders ihre Haflingerstute Minnie wurde zu einem Spiegel ihrer eigenen Seele. „Pferde sind hochsensible Fluchttiere“, sagt Jodocy. Wenn man ihr Vertrauen gewinne, entstehe eine Beziehung, die weit über das Reiten hinausreiche. Körperwahrnehmung, Verbundenheit und das Gefühl des Getragenwerdens seien für sie zentrale spirituelle Erfahrungen. „Es ist fast wie eine Übersetzung von: Gott trägt mich“, beschreibt sie eine existentielle christliche Grundhaltung, die sich im Umgang mit Pferden unmittelbar zeige. Auch in ihrer Seelsorgearbeit spielt das Tier inzwischen eine wichtige Rolle. „Manche Gespräche finden auf dem Reitplatz statt, wo sich in der Gemeinschaft oft intensive Diskussionen über Glauben und Lebensfragen ergeben.“ Gleichzeitig betont sie die ethische Verantwortung im Reitsport: Achtsamkeit, Respekt und ein sensibles Gespür für das Wohl der Tiere seien unverzichtbar.