Fachberatungsstelle der Caritas unterstützt Menschen in besonderen Lebensverhältnissen :Menschen wissen manchmal gar nicht, wo sie mit ihren Problemen hinsollen

Obdachlosigkeit, Überschuldung, Arbeitslosigkeit, psychische Belastungen, Suchtprobleme oder instabile Lebensverhältnisse: Sind Menschen von diesen Problemen betroffen oder bedroht, ist die Fachberatungsstelle des Regionalen Caritasverband Aachen Stadt u. Aachen Land e.V. in Herzogenrath für sie eine wichtige Anlaufstelle. „Menschen kommen zu uns, weil sie manchmal gar nicht wissen, wo sie mit ihrem Problem hin sollen“, sagt die Sozialarbeiterin aus Erfahrung. „Es kommt sowohl der Wohnungslose als auch die alleinstehende Seniorin, die nicht weiß, woher sie einen Grundbuchauszug bekommt. Unsere Arbeit lebt von Vernetzung und davon, dass man uns kennt“, betont die Sozialarbeiterin.
In einer offenen und kostenfreien Sprechstunde im Begegnungszentrum Herz-Jesu erhalten sie Beratung und Unterstützung bei der Bewältigung komplexer Problemlagen wie Wohnungsnot, finanzieller Not oder Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber. Aber auch mit sozialen Nöten oder Einsamkeitserfahrungen wenden sich Menschen an die Beraterinnen. „Unsere Arbeit ist spannend, sehr abwechslungsreich und breit gefächert. Man weiß nie, was einen in der offenen Sprechstunde erwartet“, berichtet Lea Clemens. Die Fachberatungsstelle fungiert oftmals als eine Art Clearing, in der durch individuelle und lösungsorientierte Beratungsgespräche Perspektiven entwickelt, passende Angebote gesucht und Menschen weitervermittelt werden.
Durch ihre ganzheitliche und ressourcenorientierte Arbeit unterstützt Clemens hilfesuchende Menschen aus der ganzen Gesellschaft auf dem Weg zu mehr Orientierung, Stabilität, Selbstständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe – vertraulich, wertschätzend und auf Augenhöhe. Ziel der Fachberatungsstelle ist es, eng vernetzt mit Behörden, sozialen Diensten und Kooperationspartnern die aktuelle Situation Betroffener zu klären und für sie realistische Handlungsschritte zu entwickeln.
In Fragen der Existenzsicherung geht es in den Beratungen oftmals darum, Betroffene sozial zu stabilisieren, Wohnraum zu sichern, den Anspruch auf Leistungsansprüche zu klären und zu beantragen sowie bei Anträgen und Schriftverkehr zu helfen. Außerdem arbeiten die Beraterinnen im Bereich der Krisenintervention, vermitteln an weiterführende Hilfen oder spezialisierte Beratungsstellen und begleiten zu Behörden. Auch gesundheitsbezogene Unterstützung, eine Motivation zur Inanspruchnahme medizinischer oder therapeutischer Hilfen, die Vermittlung in Suchtberatung bzw. psychosoziale Dienste und eine Unterstützung bei der Stabilisierung im Alltag gehören zu ihren Aufgaben.