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Soziotherapeutisches Wohnangebot unterstützt suchtkranke Frauen und Männer :Stabilisierung, Entwicklung und gesellschaftliche Reintegration

Das Haus Christophorus in Herzogenrath-Merkstein kümmert sich um suchtkranke Frauen und Männer.
Datum:
Di. 28. Apr. 2026
Von:
Abteilung Kommunikation

Seit 2018 kümmert sich das Haus Christophorus in Herzogenrath-Merkstein um suchtkranke Frauen und Männer. Mit seinem soziotherapeutischen Wohnangebot hilft es Menschen mit meist langjähriger Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit, den Weg zurück in ein stabiles und strukturiertes Leben zu finden. In der Einrichtung stehen 14 Wohnplätze zur Verfügung, ergänzt durch eine Außenwohngruppe mit weiteren vier Plätzen in Stolberg. 

Bei der Arbeit des multiprofessionellen 15-köpfigen Teams stehen individuelle Unterstützung, tagesstrukturierende Angebote sowie das Training von Alltagskompetenzen und lebenspraktischen Fähigkeiten im Mittelpunkt. „Damit die Bewohnerinnen und Bewohner Aufgaben haben und einen Sinn im Tag sehen. Damit sie wissen, wofür sie aufstehen und Perspektiven haben“, erläutert Jennifer Dunkel, Leiterin der Einrichtung. Der Altersdurchschnitt der Bewohnerinnen und Bewohnern ist in den vergangenen Jahren stark nach unten gegangen und liegt mittlerweile bei Anfang 40. Dadurch hat sich die Arbeit des Teams verändert, denn einige der jungen Männer haben Familie. Das macht die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und Ämtern nötig. „Wenn Familie da ist, ist uns wichtig, dass der Kontakt wieder hergestellt wird, bestehen bleibt und zum Teil noch ausgeweitet werden kann“, berichtet Jennifer Dunkel. 

Ziel der soziotherapeutischen Arbeit ist es, die Bewohnerinnen und Bewohnern zu schützen und ihnen durch eine langfristige Begleitung ein möglichst eigenständiges und gesellschaftlich integriertes Leben zu ermöglichen. Das gelingt mit dem Kochen von gesunden Mahlzeiten, Sport und Gesprächen, einer auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Medikation und fachärztliche Betreuung. „Schöne Erfahrungen sind, wenn Bewohnerinnen und Bewohner, bei deren Auszug man vielleicht noch Bedenken hatte, ein eigenständiges Leben ohne Rückfall schaffen und weiterhin Kontakt zu uns halten“, berichtet die Einrichtungsleiterin. Schwierig sei es, wenn kurz nach dem Auszug ein Rückfall erfolge. „Das nimmt einen mit.“

Die Einrichtung arbeitet sozialraumorientiert und öffnet sich bewusst in die Umgebung, um Teilhabe zu fördern. Ein besonderes Highlight war dabei die inklusive Tischkicker-Liga der Städte-Region in Herzogenrath. Außerdem nehmen Bewohnerinnen und Bewohner regelmäßig an Selbsthilfegruppen und am Vereinsleben in der Umgebung teil und zum Frühjahrs- bzw. Adventbasar kommen Nachbarinnen und Nachbarn gerne in die Einrichtung. „Da habe ich durchweg positive Erfahrungen gemacht“, sagt Jennifer Dunkel. Sorgen, die sie vor dem Umzug nach Herzogenrath hatte, sind mittlerweile kein Thema mehr. „Über die Jahre hinweg ist deutlich geworden, wie wir hier arbeiten und dass nicht fünfmal die Woche die Polizei oder ein Krankenwagen vor dem Haus stehen“, sagte sie schmunzelnd