„Ein neuer Morgen“

Impuls für April von Sr. Petra Flöck PIJ, Aachen

See Genezareth (c) Eduard Schikowski
See Genezareth
Datum:
Do. 3. Apr. 2025
Von:
Ordensbüro

Wir gehen auf Ostern zu. Das Markusevangelium erzählt von drei Frauen, die, als der Sabbat vorüber war, wohlriechende Öle kauften, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.

Sr. Petra Flöck PIJ (c) privat
Sr. Petra Flöck PIJ

Diese Frauen haben Mut. Die Jünger Jesu sind geflohen, verstecken sich aus Angst vor Verfolgung. Es ist nicht ungefährlich, Jünger Jesu zu sein. Das alles hindert diese Frauen nicht, sich auf den Weg zu machen, um den Leichnam Jesu zu salben. Den Sonnenaufgang sehen sie nicht. Eine andere Frage beschäftigt sie und nimmt ihre Aufmerksamkeit in Anspruch. Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen. Das können sie nicht selbst.

Ist die Frage dieser Frauen nicht auch unsere Frage? Es gibt in unserem Leben Steine, die uns den Weg versperren, die das Herz schwer machen und uns die Sicht nehmen. Gescheiterte Beziehungen, Wunden, die Menschen uns zugefügt haben, denen wir vertrauten. Krankheiten, der Tod eines geliebten Menschen, um nur einiges zu nennen.

Dann braucht es manchmal einen Engel, der den Stein wegwälzt und unseren Blickwinkel verändert. „Jesus ist auferstanden, er ist nicht mehr im Grab“.

Diese Botschaft war für die Frauen zu groß. Sie fliehen, weil Schrecken und Entsetzen sie gepackt hat und sie schweigen über das, was sie erlebt haben – und doch. Die Sonne ist aufgegangen. Da ist ein neuer Morgen, auch, wenn mich das Neue erst einmal erschrecken und fliehen lässt.

In einem Gedicht von Andrea Schwarz heißt es …

und aus dem kreuz
wächst leben
und der tod
wird überblüht
und ein neuer morgen
auferstehung

lebendig

In diesem Sinne wünsche ich ein „Gesegnetes Osterfest“.

 

Sr. Petra Flöck PIJ