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Missio Canonica 2026:Schule als Lernort des Glaubens

Neue Religionslehrkräfte erhalten im Aachener Dom ihre Missio canonica – ein starkes Zeichen für gelebten Glauben in der Schule.
Menschen mit Urkunden in der Hand  stehen um Bischof Dieser im Aachener Dom vor dem Altar
Datum:
Mo. 9. März 2026
Von:
Abteilung Kommunikation

Aachen. 45 Religionslehrerinnen und -lehrer haben haben im Aachener Dom die kirchliche Beauftragung zur Erteilung des katholischen Religionsunterrichts erhalten. Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes hat Bischof Dr. Helmut Dieser die Urkunden der kirchlichen Beauftragung überreicht.

Mit Blick auf radikalisierte politische Bewegungen unserer Zeit warnte der Bischof die angehenden Religionslehrerinnen und -lehrer vor den Verführungen derer, die behaupten, sie seien die einzigen, die wissen, was sie tun. Er appellierte an die jungen Pädagoginnen und Pädagogen, wachsam und kritisch zu bleiben und diese Fähigkeit auch an ihre Schülerinnen und Schüler zu vermitteln: "Helfen Sie den jungen Menschen durch Ihren Unterricht, ihre Fähigkeit zur Kritik des allzu Einfachen zu entfalten!" Die Lehrerinnen und Lehrer selbst sollten sich als Menschen zu erkennen geben, die nicht behaupten, alles zu wissen, was sie tun, sondern die glauben, dass es Gott allein ist, der die Unvernunft, die Überheblichkeit und die Gewaltgeschichte des Menschen aushält und erlöst. Sie sollten Mut machen, Fragen zu stellen und Träume zu beschreiben. "Helfen Sie den jungen Menschen, in Jesus die ganz andere Weisheit und Schönheit Gottes zu erkennen, die ohne Gewalt ist."


"In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, jungen Menschen, unseren Schülerinnen und Schülern, ein Wertefundament nahezubringen, das den Menschen in allen seinen Facetten schätzt und liebt", sagte Carsten Gier. "Gegenseitige Achtung und Wertschätzung sind dabei zentrale christliche Werte." Diese Aufgabe sei allen Pädagogen in Schule übertragen, hob der Leiter der Abteilung Schule und Hochschule im Bischöflichen Generalvikariat deren besondere Bedeutung hervor. Sie geben durch ihre Positionierung unserem Glauben in Schule und Unterricht ein Gesicht.


"Die Bereitschaft der neuen Religionslehrerinnen und -lehrer, sich für die Glaubensvermittlung im Raum der Schule zur Verfügung zu stellen und zu qualifizieren, setzt ein deutliches Zeichen für die besondere Bedeutung der Schule als Lernort des Glaubens", betont Carsten Gier. Sie seien für viele Kinder und Jugendliche das lebendige Gesicht gelebten Glaubens und des Christentums in Schule und Gesellschaft. Für Bischof Dr. Helmut Dieser und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Schule und Hochschule sowie des Katechetischen Instituts sei dies auch ein Tag, ihre Dankbarkeit für die Einsatzbereitschaft der meist jungen Kolleginnen und Kollegen zum Ausdruck zu bringen.

 

Kirchliche Sendung

Der feststehende Begriff für die kirchliche Lehrbeauftragung, die die neuen Religionslehrerinnen und Religionslehrer aus den Händen des Bischofs empfangen, lautet "Missio canonica" – "Kirchliche Sendung". Denn die Religionslehrerinnen und Religionslehrer sind durch den Bischof gesandt, im Raum der Schule den christlichen Glauben in Gemeinschaft mit der Kirche zu vermitteln. Zudem erfüllen sie ihren Dienst mit staatlicher Unterrichtsbefähigung und als Bedienstete des Landes Nordrhein-Westfalen bzw. eines anderen staatlich anerkannten Schulträgers. Grundlage für ihre Anstellung ist in der Regel die Staatsprüfung für ein Lehramt und in jedem Falle die Kirchliche Bevollmächtigung.

Enorme Verantwortung

Im Bistum Aachen unterrichten über 3.000 Lehrerinnen und Lehrer Tag für Tag zirka 150.000 Schülerinnen und Schüler an ungefähr 700 Schulen im Fach Katholische Religionslehre. Indem diese Lehrerinnen und Lehrer dadurch den Schulen zur Erfüllung ihres Bildungsauftrags verhelfen, leisten sie einen wichtigen Dienst an der Gesellschaft.