Herbert-Kaefer-Preis:Solidarität mit geflüchteten Menschen

Flüchtlingshilfe Krefeld e.V. und Sasan Azodi sind erste Preisträger. Mut zur Solidarität mit geflüchteten Menschen: Dazu möchte der neue „Herbert-Kaefer-Preis für Solidarität mit geflüchteten Menschen und für globale Gerechtigkeit“ beitragen.
Denn „in Zeiten wachsenden gesellschaftlichen Drucks ist es wichtig, ein positives Zeichen für Solidarität und Menschenwürde zu setzen“, betont Teyana Lutsyk, Diözesanbeauftragte für Seelsorge mit Geflüchteten und Mitinitiatorin des Preises. Er wird in diesem Jahr zum ersten Mal von der Katholische Kirche im Bistum Aachen in Kooperation mit dem Verein Refugio e.V., dem Café Zuflucht, Amnesty International, dem Diözesanrat der Katholik*innen im Bistum Aachen, dem Ökumenischen Netzwerk Asyl in der Kirche in NRW e.V. , dem Evangelischen Kirchenkreis und dem Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V. verliehen.
Nach welchen Kriterien wurde entschieden?
Entscheidend waren für die achtköpfige Jury der Einsatz für Geflüchtete und globale Gerechtigkeit, die Haltung zu einer offenen Gesellschaft sowie das Engagement für Menschenrechte und Menschenwürde. „Wir haben außerdem auf Nachhaltigkeit des Engagements und Empowerment geachtet – also darauf, ob Menschen mit eigener Fluchtgeschichte sich selbst organisieren“, berichtet Teyana Lutsyk, Mitglied der Jury.
Preisträger aus Krefeld und Aachen
Die Entscheidung fiel angesichts der vielen Einsendungen nicht leicht. In der Kategorie „Initiative“ gewinnt der Flüchtlingsrat Krefeld e. V. Er wurde im Jahr 1995 gegründet und setzt sich seit fast 30 Jahren für die Rechte und Teilhabe von Geflüchteten ein. Er leistet konkrete Hilfe, betreibt politische Lobbyarbeit und sensibilisiert die Öffentlichkeit für menschenrechtliche Missstände. „Besonders wichtig fanden wir Projekte wie das „Café Sara“, das auf Selbstorganisation setzt, sowie das inklusive Theaterprojekt ‚Tutti insieme‘, welches Menschen jeder Herkunft zusammenbringt, eigene Geschichten präsentiert und zur Auseinandersetzung anregt“, erläutert Teyana Lutsyk.
Als Einzelperson wird Sasan Azodi ausgezeichnet. Er ist diplomierter Jazzgitarrist mit iranischen Wurzeln, lebt in Aachen und arbeitet als Lehrer. Seit 25 Jahren verbindet er durch seine orientalische Musik unterschiedliche Welten und ermutigt junge Menschen, ihre Musik und ihre Lebensgeschichten auf die Bühne zu bringen. Er engagiert sich zudem stark für Familienzusammenführungen und hat die Proteste im Iran („Frau, Leben, Freiheit“) in Aachen musikalisch begleitet.
Preisverleihung
Die Preisträger wurden am 4. Februar, dem Tag der Geschwisterlichkeit, offiziell bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet am Freitag, 20. März um 17 Uhr, anlässlich der Internationalen Woche gegen Rassismus im Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath statt.

