In vielen Kirchen gibt es zwölf Apostel-Leuchter, die für die zwölf in der Bibel erwähnten Jünger Jesu stehen. 2016 hat auf Wunsch von Papst Franziskus die Kongregation für Gottesdienst und Sakramentenordnung den Gedenktag der heiligen Maria Magdalena im Römischen Generalkalender in den Rang eines Festes erhoben. Maria Magdalena, die in der Kirchengeschichte z.B. von Rhabanus Maurus oder Thomas von Aquin „apostolorum apostola“ gennant wurde, gehört somit offiziell gleichberechtigt zum Zwölferkreis der Apostel und erhält als Apostelin der Apostel eine ganz besondere Bedeutung. Sie steht für die vielen Frauen, die im Laufe der Kirchengeschichte und durch das Patriarchat unbedeutend und unsichtbar gemacht wurden.
„Sie [Maria Magdalena] ist Zeugin des auferstandenen Christus und verkündet die Botschaft von der Auferstehung des Herrn wie die übrigen Apostel. Daher ist es richtig, dass die liturgische Feier dieser Frau denselben Grad eines Festes erhält, den die Apostelfeiern im Römischen Generalkalender erhalten haben (...)“
(Erzbischof Arthur Roche)
Mit dem Projekt „Apostelinnen-Leuchter“ wollen die Frauenseelsorge im Bistum Aachen und der Diözesanverband Aachen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) die Bedeutung von Maria von Magdala als „Apostelin der Apostel“ sichtbar machen und ein Zeichen für Gleichberechtigung und Vielfalt in der Kirche setzen. Schirmherrin der Aktion ist die ehemalige MdB Christa Nickels.
In einem diözesanweiten Wettbewerb wurde die Gemeinde St. Maria Empfängnis in Mönchengladbach-Venn als Projektstandort ausgewählt. Dort wurde in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Sonja Toepfer ein individueller Leuchter gestaltet, der weibliche Nachfolge Jesu symbolisiert und in das Gemeindeleben eingebunden wird.
