Historisch-kunsthistorischer Stadtspaziergang durch Lüttich

Zusammen mit dem „Verein für christliche Kunst im Erzbistum Köln und Bistum Aachen“ hat der GVBA am Samstag, dem 13. Juni, eine Exkursion nach Lüttich veranstaltet (14 Teilnehmer), also in die alte Bischofsstadt, zu deren Diözese bis 1559 einige westliche und nördliche Bereiche des heutigen Bistums Aachen gehörten, bis 1802 auch die Stadt Aachen und einige weitere Teile unseres Bistums.
Treffpunkt in Lüttich war der Dom St. Paul, eine ehemalige Stiftskirche (die ursprüngliche Bischofskirche St. Marien und St. Lambert ist ab 1794 im Gefolge der Lütticher Revolution abgerissen worden). Der Besuch gestaltete sich als historisch-kunsthistorisch-urbanistischer Spaziergang, der zunächst durch einen Teil der ehemaligen großen Maasinsel („Île“), führte, vorbei an St. Johann Evangelist (eine durchaus verblüffende Rezeption der Architektur des Aachener Doms) und über den Lambertus-Platz (auf dem die alte Kathedrale stand) zum ehemals fürstbischöflichen Palais (dessen großartiger erster Innenhof besichtigt wurde) und zum Marktplatz.
Nach einer Mittagspause (zu freier Verfügung) ging es weiter zum ehemaligen Franziskaner-Kloster (Besuch des bemerkenswerten Innenhofs) und dann über die Straße Hors-Château mit ihrer eindrucksvollen Bebauung großenteils des 17. und 18. Jahrhunderts in Richtung der ehemaligen Stiftskirche St. Bartholomäus, vorbei an der bekannten Monumentaltreppe „Montagne de Bueren“ (374 Stufen), mit einem kleinen Umweg über zwei besonders hübsche Stichstraßen und schließlich durch den St.-Antons-Hof mit seiner einheitlich postmodernen Bebauung.
Den Abschluss bildete der Besuch eben von St. Bartholomäus, einem barockisierten romanischen Bau, der seit dem 19. Jahrhundert das berühmte, um 1110 in Messing gegossene Taufbecken birgt, das zu den bedeutendsten Kunstwerken ganz Belgiens gehört; seine reiche figürliche und epigraphische Ausstattung formuliert den rechtlichen (und ökonomischen) Anspruch der Lütticher Urpfarrkirche „Unsere Liebe Frau zur Taufe“, in der es bis zu deren im Zuge der Revolution erfolgten Zerstörung stand, der einzige legitime Taufort der Stadt zu sein.