Vom 12. bis 18. Oktober 2026 findet die Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Bangkok statt. Seit mehr als 80 Jahren sind die beiden Institutionen tragende Säulen eines kapitalistischen Finanzsystems, das neokoloniale Ausbeutungsverhältnisse fortschreibt, globale Ungleichheit und die Klimakrise verschärft.
Die Aktionswoche vom 5. bis 14. Oktober in Deutschland steht im Kontext der weltweiten "Global Days of Action" unter dem im Bild benannten Motto, das auf einen notwendigen Systemwandel hinweist.
Der Arbeitskreis Madagaskar stellt bei dieser Aktion die Verbindung zur Kampagne Erlassjahr her, an der sich auch der Partner Iray Aina, Madagaskar beteiligt hat. In seiner Verkündigungsbulle zum „Heiligen Jahr“ hat Papst Franziskus im Jahr 2025 die globale Verschuldung zum Thema gemacht: Er forderte die „reicheren Nationen“ auf, sich endlich zu entschließen, „jenen Ländern die Schulden zu erlassen, die sie niemals zurückzahlen könnten“. Dies sei „nicht so sehr um eine Frage der Großmut, sondern der Gerechtigkeit“. Es gelte Ursachen von Schuldenkrisen anzugehen und das globale Finanzsystem gerechter zu machen.
Ein Bündnis von über 20 Organisationen, dem sich der Arbeitskreis Madagaskar angeschlossen hat, fordert u.a.
- Schuldengerechtigkeit: die bedingungslose Streichung illegitimer und sozial untragbarer Schulden und die Einrichtung einer UN-Schuldenrahmenkonvention.
- Klimagerechtigkeit: ein Ende fossiler und atomarer Investitionen und eine gerechte sozial-ökologische Transformation.
- Klimareparationen: Staaten und Konzerne, die für die Klimakrise hauptverantwortlich sind, müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Dazu gehören ein Ende der schädigenden Praktiken sowie verbindliche Zahlungen in Fonds, die die am stärksten betroffenen Länder selbst mitbestimmen. Keine als „Hilfe“ getarnten Klima-Kredite.
- Öffentliche Investitionen: in Bildung, Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit, Wohnen, Ernährung und Klimaschutz statt Austerität, Finanzialisierung und Militarisierung.
- Demokratisierung der internationalen Finanzarchitektur: Über Schulden, Handel, Steuern und Klimafinanzierung muss dort entschieden werden, wo alle Länder mitbestimmen können.
- Schutz für die, die sich wehren: Wirksamer Schutz und echte Beteiligung für Zivilgesellschaft und Menschenrechtsverteidiger*innen weltweit.
