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Madagaskar: Der Sender RFI berichtet über die Hintergründe einer in London eingereichten Klage gegen den Bergbaukonzern QMM:London: Klage gegen QMM Madagaskar (Rio Tinto) eingeleitet

Die Ilmenit-Mine (nördlich von Tolagnora) in der Region Anosy im Südosten Madagaskars

In Madagaskar ist die riesige Ilmenitmine QMM, eine Tochtergesellschaft des britisch-australischen Konzerns Rio Tinto, Gegenstand einer Klage vor dem High Court in London. Eine britische Anwaltskanzlei gab am 30. September bekannt, im Namen von 6.649 madagassischen Klägerinnen und Klägern ein Gerichtsverfahren eingeleitet zu haben. Diese seien in der Region Anosy im Südosten des Landes einer Blei- und Uranbelastung ausgesetzt. Die von dieser Mine – der zweitgrößten des Landes – freigesetzten Schadstoffe hätten zudem schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursacht, so die Kanzlei. Sie hofft, Entschädigungen für die lokale Bevölkerung zu erwirken.
Mehrere unabhängige Experten haben festgestellt, dass die Uran- und Bleikonzentration im Wasser unterhalb der Mine höher ist als die Werte, die oberhalb der Mine gemessen wurden. Das erklärt Sophie Turner, Partneranwältin der britischen Kanzlei Leigh Day, die auf Umweltschäden spezialisiert ist, für die multinationale Konzerne verantwortlich gemacht werden:
„Die Kläger, die in der Nähe der Mine leben, geben an, dass die Umweltschäden ihre Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien zu sichern, erheblich beeinträchtigt haben. So seien beispielsweise die für den Fischfang verfügbaren Fischbestände stark zurückgegangen. Sie hoffen daher, eine Entschädigung für den Verlust ihrer Lebensgrundlage zu erhalten und eine Sanierung der beschädigten Umwelt zu erreichen. Ihrer Ansicht nach konnten sie dies auf lokaler Ebene nicht durchsetzen. Deshalb leiten sie nun in London Gerichtsverfahren ein.“
Medizinische Untersuchungen, die von der Kanzlei in Auftrag gegeben und von einem unabhängigen Labor durchgeführt wurden, kamen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass sich bei mehreren Klägern sehr hohe Mengen an Uran und Blei im Körper befinden. Die Werte überschritten die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerte deutlich.

Datum:
So. 11. Okt. 2026
Von:
Andris Gulbins

Madagaskar: Der Sender RFI berichtet über die Hintergründe einer in London eingereichten Klage gegen den Bergbaukonzern QMM

In Madagaskar ist die riesige Ilmenitmine QMM, eine Tochtergesellschaft des britisch-australischen Konzerns Rio Tinto, Gegenstand einer Klage vor dem High Court in London. Eine britische Anwaltskanzlei gab am 30. September bekannt, im Namen von 6.649 madagassischen Klägerinnen und Klägern ein Gerichtsverfahren eingeleitet zu haben. Diese seien in der Region Anosy im Südosten des Landes einer Blei- und Uranbelastung ausgesetzt. Die von dieser Mine – der zweitgrößten des Landes – freigesetzten Schadstoffe hätten zudem schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursacht, so die Kanzlei. Sie hofft, Entschädigungen für die lokale Bevölkerung zu erwirken.
Mehrere unabhängige Experten haben festgestellt, dass die Uran- und Bleikonzentration im Wasser unterhalb der Mine höher ist als die Werte, die oberhalb der Mine gemessen wurden. Das erklärt Sophie Turner, Partneranwältin der britischen Kanzlei Leigh Day, die auf Umweltschäden spezialisiert ist, für die multinationale Konzerne verantwortlich gemacht werden:
„Die Kläger, die in der Nähe der Mine leben, geben an, dass die Umweltschäden ihre Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien zu sichern, erheblich beeinträchtigt haben. So seien beispielsweise die für den Fischfang verfügbaren Fischbestände stark zurückgegangen. Sie hoffen daher, eine Entschädigung für den Verlust ihrer Lebensgrundlage zu erhalten und eine Sanierung der beschädigten Umwelt zu erreichen. Ihrer Ansicht nach konnten sie dies auf lokaler Ebene nicht durchsetzen. Deshalb leiten sie nun in London Gerichtsverfahren ein.“
Medizinische Untersuchungen, die von der Kanzlei in Auftrag gegeben und von einem unabhängigen Labor durchgeführt wurden, kamen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass sich bei mehreren Klägern sehr hohe Mengen an Uran und Blei im Körper befinden. Die Werte überschritten die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerte deutlich.

Das Unternehmen QMM erklärt, es wolle „Vertrauen schaffen“

Die Betroffenen nutzen das verschmutzte Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen, erklärt die Anwältin weiter:
„Die Kläger geben außerdem an, dass der Lärm und die Erschütterungen vom Minengelände bei ihnen erheblichen Stress und Schlafstörungen verursachen. Sie berichten zudem von Hauterkrankungen nach dem Kontakt mit dem kontaminierten Wasser sowie von Atembeschwerden.“
Auf Anfrage von RFI erklärte das Unternehmen QMM, es stehe im Dialog „mit den Gemeinden, der Zivilgesellschaft und allen Interessengruppen“ und veröffentliche die Ergebnisse seiner Umweltüberwachungen.
Darüber hinaus fordert das Unternehmen die Kanzlei Leigh Day auf, ihm sämtliche Belege zur Untermauerung ihrer Vorwürfe zu übermitteln, damit diese eingehend geprüft werden können. QMM erklärt außerdem, sich dafür einzusetzen, „ein Klima des Vertrauens zu schaffen“.