Der Synodale Weg ist eine große Chance

Heribert Rychert: Positive Atmosphäre auf der Synodalversammlung

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Synodaler Weg
Fr 7. Feb 2020
Stabsabteilung Kommunikation

Seine Eindrücke von der ersten Synodalversammlung in Frankfurt schildert Heribert Rychert, stellvertretender Vorsitzender des Diözesanrats im Bistum Aachen.

Wie haben Sie die Atmosphäre bei der ersten Synodalversammlung in Frankfurt empfunden?

Heribert Rychert: Die Atmosphäre habe ich als positiv und wohltuend erlebt: der gemeinsame „bunte“ Einzug in den Dom, die lockere Sitzordnung, die ehrlichen und z.T. sehr persönlichen Statements, aber auch die vielen Begegnungen im informellen Bereich haben zu einem Zusammenwirken auf Augenhöhe geführt. Geistliche Impulse – Einhalte – und Gottesdienste haben uns immer wieder auf den Grund unseres Tuns hingewiesen.

Gab es auch Dinge, die Sie überrascht haben?

Heribert Rychert: Positiv überrascht haben mich Atmosphäre und Kultur, negativ überrascht haben mich hingegen einige Reaktionen nach der Versammlung. Kardinal Woelki kritisierte das Agieren von Laien und Bischöfen auf Augenhöhe, die alphabetische Sitzordnung, den gemeinsamen Einzug in den Dom. Es kann der Eindruck entstehen, als wären hier persönliche Statusfragen wichtiger als die Auseinandersetzung in der Sache. Zu der Reaktion von Kardinal Müller erübrigt sich jede Kommentierung.

Wie ist Ihr Fazit nach dieser ersten Versammlung? Ist Kirche auf dem richtigen Weg?

Heribert Rychert: Ziel des Synodalen Weges ist die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der Kirche in Deutschland. Dazu hat die erste Synodalversammlung wichtige Schritte getan. Aber die inhaltliche Arbeit in den vier thematischen Foren fängt jetzt erst richtig an. Es ist zu erwarten, dass die Diskussionen kontrovers geführt werden, hoffentlich nur in der Sache. Ich hoffe, der Synodale Weg wird weiter in dem Geist geführt, der jetzt spürbar wurde. Störfeuer dürfen nicht zu einem Scheitern des Weges führen. Der Synodale Weg ist eine große Chance, gemeinsam die notwendige Entwicklung der Kirche zu gestalten. So kann er Leitbild für das weitere Miteinander, für eine neue Kultur und für einen neuen Geist in der deutschen Kirche werden.