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Kirchen wichtiger Pfeiler des gesellschaftlichen Zusammenhalts:„Diese Erfolgsgeschichte gehört uns allen und die Menschen hier sind stolz darauf“

Herzlichen Glückwunsch, Nordrhein-Westfalen! Das Bundesland wird 80 Jahre alt. Ein Interview mit Ministerpräsident Hendrik Wüst.
„Es ist gut, dass es keine Schlusslicht-Debatte mehr gibt, sondern endlich über das Aufsteigerland NRW gesprochen wird“, sagt NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.
Datum:
Fr. 28. Aug. 2026
Von:
Abteilung Kommunikation

Aachen Zum runden Jubiläum zieht Ministerpräsident Hendrik Wüst im Interview mit der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen Bilanz – und macht Mut für die kommenden Jahrzehnte.

„Ein Land des Anpackens“ – Charakter und Selbstbewusstsein

„Nordrhein-Westfalen ist ein Land des Anpackens. Der Fleiß der Menschen hat unser Land erfolgreich und stark gemacht“, sagt Wüst. „Deshalb haben wir allen Grund, stolz und dankbar auf 80 Jahre Landesgeschichte zu blicken: Nordrhein-Westfalen ist ein modernes und vielfältiges Land, ein Hotspot für Wissenschaft und Forschung, Heimat von Weltmarktführern, ein Ort mit hoher Lebensqualität auf dem Land wie in den Städten.“

Lange galt NRW als das Land von Kohle, Stahl und Industrie – geprägt vom Niedergang alter Branchen. Heute sieht Wüst das Bundesland im Aufschwung: „Noch vor zehn Jahren wurde in Deutschland über Nordrhein-Westfalen als Schlusslicht diskutiert. Heute zählen Wirtschaftsexpertinnen und Wissenschaftler NRW zu den Gewinnern der letzten zehn Jahre.“ Das belegen drei unterschiedliche Studien, unter anderem vom Institut der Deutschen Wirtschaft. „Es ist gut, dass es keine Schlusslicht-Debatte mehr gibt, sondern endlich über das Aufsteigerland NRW gesprochen wird. Angesichts der Vielzahl vergangener Krisen zeigt das eine herausragende Stabilität und Krisenresistenz. Und es zeigt auch: Politik kann einen Unterschied machen.“

Soziales Gewissen und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Der erste frei gewählte Ministerpräsident Karl Arnold prägte einst den Satz: „Wir sind das soziale Gewissen Deutschlands.“ Für Wüst gilt diese Maxime bis heute: „Karl Arnold hat NRW mit diesem Satz schon damals zum Vorreiter unter den Ländern gemacht und er gilt für mich bis heute. Deswegen habe ich bewusst an ihn erinnert, als ich 2022 meinen Amtseid abgelegt habe.“ Es gehe darum, gute Bildung zu ermöglichen, die Infrastruktur grundlegend zu modernisieren, Klimaschutz voranzubringen und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt zu sichern.

Besonders betont er die Rolle des bürgerschaftlichen Engagements: „Der Zusammenhalt lebt vom Engagement jedes Einzelnen. Freiwillige übernehmen bei der Feuerwehr Verantwortung, Eltern organisieren ein Kita-Fest, Nachbarn unterstützen sich beim Einkauf, Menschen jeden Alters engagieren sich in der Kirche oder als Trainer im Sportverein. Dieser Einsatz ist zentral für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“

Vertrauen in Demokratie zurückgewinnen

Angesichts schwindenden Vertrauens in politische Institutionen mahnt Wüst: „Das Fundament unserer Demokratie ist stabil. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates und der demokratischen Parteien zurückgegangen. Die meisten Menschen stören sich nicht an der Demokratie als Staatsform, sondern an einem Staat, der manchmal mehr verspricht, als er einlösen kann und der immer weniger als handlungsfähig wahrgenommen wird. Wir müssen verloren gegangenes Vertrauen deshalb durch gute Politik zurückgewinnen. Politik kann einen Unterschied machen.“

Auch die Kirchen sieht Wüst als wichtigen Pfeiler des gesellschaftlichen Zusammenhalts: „Ich bin dankbar, dass die Kirchen und andere Religionsgemeinschaften sich für die Menschen in unserem Land engagieren. Sie begegnen uns nicht nur in der Gemeinde, auch im Religionsunterricht, als Seelsorge in Justizvollzugsanstalten und Krankenhäusern sowie bei Notfällen. Dieses Engagement zeigt, dass die Kirchen und andere Religionsgemeinschaften ein wichtiger Pfeiler unserer Gesellschaft sind, die ein friedliches Zusammenleben in unserem Land maßgeblich fördern.“

Glaube als Kompass – und ein Blick nach vorn

Auf die Frage nach der Rolle des Glaubens in seinem Leben sagt Wüst: „Der Glaube und das christliche Menschenbild sind ein wichtiger Kompass in meinem Leben, der mich als Politiker prägt und den ich auch meinen Töchtern vorzuleben versuche. Es ist Kern einer Demokratie, um den besten Weg zu ringen und Kompromisse einzugehen. Die Würde, die jedem Menschen zukommt, gleich welcher Herkunft, gleich welchen Glaubens, muss dabei aber stets gewahrt bleiben.“

Das gesamte Interview lesen Sie hier.