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Kolumbien nach dem Erdbeben:Große Hilfsbereitschaft und traumatische Erfahrungen

Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien ist die Situation vor Ort noch immer angespannt. Claudia Witgens berichtet von ihren Erlebnissen nach der Katastrophe.
Große Zerstörung nach dem Erdbeben am 10. August in Kolumbien.
Datum:
Do. 13. Aug. 2026
Von:
Abteilung Kommunikation

Mitarbeiterin des Bistums Aachen erlebt das Beben und danach eine Welle der Unterstützung.

Für das Bistum Aachen ist die derzeitige Lage in Kolumbien besonders bedrückend. Seit 60 Jahren verbindet es eine enge Partnerschaft mit der Kirche in Kolumbien. Viele Mitarbeiter des Bistums leben und arbeiten vor Ort. „Ich habe unglaubliches Glück gehabt“, erzählt Claudia Witgens. Sie ist Mitarbeiterin des Bistums Aachen in Kolumbien. Vom Beben sei sie auf der Straße erwischt worden, als sie mit ihren zwei Hunden unterwegs gewesen sei. Und das nur eine Cuadra, einen Straßenblock, von ihrem Zuhause entfernt. „Dort gibt es ein Hotel. Und die Leute rannten auf die Straße und riefen mir zu: Erdbeben, bleib stehen! Bleib bei uns in der Gruppe!“ Obwohl sie nur kurz auf der Straße gestanden habe – 70 Sekunden sollen es gewesen sein –, sei es ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen.

„Nach der Rückkehr in mein Haus musste ich erst einmal Scherben und sonstiges aufheben, fegen und sauber machen“, sagt Witgens. Vieles sei runtergefallen und kaputtgegangen. „Dazu kommen zahlreiche Risse in den Decken des Hauses. Ein Architekt hat sie gestern überprüft. Bis auf eine Stelle scheinen es oberflächlich Risse zu sein. Aber diese eine Stelle macht mir Sorgen und ich hoffe, dass heute ein Handwerker kommt.“ 

Menschen aus Witgens Umfeld hat ebenfalls getroffen, teils noch schlimmer. Im Verlaufe des Tages komme der Bekannte einer Freundin, um Sachen unterzustellen, sagt sie. „Das Gebäude, in dem er mit seiner Mutter und Tante eine Wohnung gemietet hatte, ist komplett zusammengebrochen. Sie versuchen, aus den Trümmern zu bergen, was geht.“

Mehr als 30 Gebäude in Cali sind eingestürzt oder schwer beschädigt. Unter ihnen ist das Universitätskrankenhaus mit seiner Kinderstation. Mehrere Kirchen und die Kathedrale San Pedro Apóstol sind beschädigt worden. Im benachbarten Calima stürzte ein Krankenhaus und eine Schule ein.

Die Hilfsbereitschaft vor Ort ist laut Witgen groß. „Es gibt Gott sei Dank viele Freiwillige, die Feuerwehr und die Polizei, die unterstützen und Schutt wegräumen.“ Aktuell melden lokale Behörden in Cali 95 Tote, mehr als 900 Verletzte und 239 verschüttete Menschen, von denen niemand weiß, ob sie noch leben.

Witgen spricht von einer traumatischen Erfahrung. „Ich habe in der ersten Nacht nach dem Erdbeben kaum geschlafen, weil eine unglaubliche Angst da ist, dass es Nachbeben geben wird.“

Claudia Witgen stammt gebürtig aus dem Kerkener Ortsteil Nieukerk, der im Kreis Geldern liegt. Als Fachkraft des Bistums Aachen arbeitet Witgen seit etwa 30 Jahren in Kolumbien und ist in der Sozialpastoral tätig. Sie ist Initiatorin zahlreicher Projekte rund um die Themen Frieden, soziale Gerechtigkeit und kirchliche Verantwortung.

Wie eng die Partnerschaft zwischen dem Bistum Aachen und den Menschen in Kolumbien ist, zeigt sich auch nach dem Erdbeben. Derzeit werden in Aachen Hilfe und Unterstützung koordiniert. Das Bistum steht in engem Kontakt mit seinen Partnern vor Ort und bittet um Solidarität mit den Betroffenen. Jede Form der Unterstützung hilft dabei, den Menschen in Kolumbien Hoffnung zu geben und den Wiederaufbau zu ermöglichen.

Erdbeben in Kolumbien

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