Religionsunterricht stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt :Mehr als nur Wissenvermittlung: Raum für Dialog, Respekt und Empathie

Aachen. Während eines festlichen Gottesdienstes hat Weihbischof Karl Borsch die Urkunden der kirchlichen Beauftragung überreicht. „Aus gutem Grund ist der schulische Religionsunterricht in unserem Land verfassungsmäßig garantiert. Religion und Religionen spielen eine wesentliche Rolle in unserem Land und für das Miteinander in unserer Gesellschaft. Ihre Aufgabe als Religionslehrerinnen und Religionslehrer besteht unter anderem darin, junge Menschen mit dem Phänomen der Religion und der Religionen vertraut zu machen. Über die verschiedenen Religionen zu informieren und sie kritisch zu durchleuchten. Und Sie tun dies nicht von einem vermeintlich neutralen Standpunkt aus. Sie unterrichten mit einer christlichen Überzeugung", betonte der Aachener Weihbischof in seiner Predigt.
"Religionsunterricht ist mehr als Wissensvermittlung. Er ist eine Einladung, Werte zu leben und weiterzugeben, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Sie, liebe Religionslehrkräfte, sind nicht nur Lehrende, sondern auch Zeuginnen und Zeugen dieser Werte", schloss Carsten Gier an. "Sie stehen für eine Kultur der Begegnung, in der Unterschiede nicht trennen, sondern bereichern. In einer Zeit, die oft von Polarisierung und Schnelllebigkeit geprägt ist, sind Sie gefordert, Räume zu schaffen, in denen Dialog, Respekt und Empathie geübt werden", hob der Leiter der Abteilung Schule und Hochschule im Bischöflichen Generalvikariat hervor.
Die Bereitschaft der neuen Religionslehrerinnen und -lehrer, sich für die Glaubensvermittlung im Raum der Schule zur Verfügung zu stellen und zu qualifizieren, setzt ein deutliches Zeichen für die besondere Bedeutung der Schule als Lernort des Glaubens. Sie sind für viele Kinder und Jugendliche das lebendige Gesicht gelebten Glaubens, einer klaren Wertehaltung und des Christentums in Schule und Gesellschaft. Für Weihbischof Karl Borsch und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Schule und Hochschule sowie des Katechetischen Instituts ist dies auch ein Tag, ihre Dankbarkeit für die Einsatzbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen zum Ausdruck zu bringen.
Kirchliche Sendung
Der feststehende Begriff für die kirchliche Lehrbeauftragung, die die neuen Religionslehrerinnen und Religionslehrer aus den Händen des Bischofs empfangen, lautet "Missio canonica" – "Kirchliche Sendung". Denn die Religionslehrerinnen und Religionslehrer sind durch den Bischof gesandt, im Raum der Schule den christlichen Glauben in Gemeinschaft mit der Kirche zu vermitteln. Zudem erfüllen sie ihren Dienst mit staatlicher Unterrichtsbefähigung und als Bedienstete des Landes Nordrhein-Westfalen bzw. eines anderen staatlich anerkannten Schulträgers. Grundlage für ihre Anstellung ist in der Regel die Staatsprüfung für ein Lehramt und in jedem Falle die Kirchliche Bevollmächtigung.
Enorme Verantwortung
Im Bistum Aachen unterrichten über 3.000 Lehrerinnen und Lehrer Tag für Tag zirka 150.000 Schülerinnen und Schüler an ungefähr 700 Schulen im Fach Katholische Religionslehre. Indem diese Lehrerinnen und Lehrer dadurch den Schulen zur Erfüllung ihres Bildungsauftrags verhelfen, leisten sie einen wichtigen Dienst an der Gesellschaft.