„Wer leitet, muss darauf achten, dass er dem Heiligen Geist nicht im Wege steht.“

Inspirierende Worte zum 25 jährigen Jubiläum des Leitungsmodells nach c. 517§ 2 CIC

Leitungsmodell (c) Bistum Aachen
Leitungsmodell
Do 20. Sep 2018
Anja Klingbeil

Mit einem Fachtag haben die Vertreterinnen und Vertreter aus den 11 Pfarreien im Bistum Aachen das 25 -jährige Jubiläum zur gemeinschaftlichen Leitung einer Pfarrei durch Priester und Laien begangen. Das Leitungsmodell ist im katholischen Kirchenrecht grundgelgt und sieht im Falle der Vakanz einer Pfarrei einen Priester als Moderator der Seelsorge vor, für die ein Team ehren- und hauptamtlicher Frauen und Männer Verantwortung trägt. So ist das Modell auch als Moderatorenmodell oder unter dem Artikel im Kirchenrecht, Canon 517 §2 CIC, bekannt.

Der Hauptabteilungsleiter Pastoral / Schule / Bildung, Pfarrer Rolf-Peter Cremer, hatte in seiner Verantwortung für diese Leitungsform zu diesem Fachtag eingeladen und begrüßte die Vertreterinnen und Vertreter mit einem herzliche Dank für den Dienst, den sie an den Menschen in den 11 Pfarreien geleistet haben.

Diesen Dank griff Bischof Dr. Helmut Dieser in seinem Grußwort auf und stellte das Moderatorenmodell in den Zusamenhang mit weiteren gemeinschaftlichen Leitungsmodellen im Bistum Aachen, wie der Gemeindeleitung in Gemeinschaft, der Beauftragung von Verantwortlichen sowie den acht Regionalteams. „Zum Sein und Handeln der Kirche im Allgemeinen gehört aber im Besonderen auch die Aufgabe der Leitung in der Kirche. Darum liegt bei den Gläubigen auch eine Mitverantwortung für die Wahrnehmung von Leitung in der Kirche“, sagte der Bischof und fügte hinzu: „Wer leitet, muss darauf achten, dass er dem Heiligen Geist nicht im Wege steht.“

Damit hatte der Bischof eine Brücke geschlagen zum Festvortrag von Prof. Dr. Michael Böhnke, Wuppertal, der seinen Überlegugen die Geistanrufung bei der Diakonen- und Priesterweihe voranstellte. Dies aufgreifend zeigte Böhnke, dass die Geistanrufung allen Getauften eigen sei und verwies dabei auf Papst Franziskus, der nach seiner Wahl die Gläubigen auf dem Petersplatz aufforderte, den Herrn anzurufen, dass dieser ihn segne. Daraus folgt für Böhnke eine erweiterter Zugang zum Leitungsverständnis in der katholischen Kirche: „Weil alle Getauften als dem Geist Gottes zugehörig angesehen werden müssen, sie als Kirche im anrufenden Gebet einen unmittelbaren und für das Wesen der Kirche konstitutiven Zugang zu Gott haben, können prinzipiell alle Getauften Leitungsämter in der Kirche innehaben und ausüben.“

Diese Impulse werden Eingang finden in den Dialog- und Veränderungsprozess des Bistums, wo es, wie Bischof Dieser in seinem Grußwort einforderte „einer theologischen und geistlichen Vergewisserung über das Verständnis von Leitung in der Kirche“ bedürfe. Der Bischof spricht den Erfahrungen aus 25 Jahren Modertorenmodell dabei eine große Bedeutung zu. „Spätestens“, so der Bischof vor den Gästen der Jubiläumsveranstaltung, „im Handlungsfeld 4 Die Kirche gestalten wird der Prozess auch auf diese Erfahrungen zurückgreifen und die Weichen für die Gestalt und die Leitung der Pfarreien und Gemeinschaften der Gemeinden für die Zukunft ausrichten müssen.“