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Welttag für menschenwürdige Arbeit: Arbeit sichtbar machen, Würde stärken, Solidarität leben

Unsichtbare Arbeit sichtbar machen - mit der Menükarte
Datum:
9. Okt. 2026
Von:
Kathrin Henneberger
Filmabend Düren

Am 7. Oktober war der Welttag für menschenwürdige Arbeit (World Day for Decent Work). Seit 2008 macht der internationale Aktionstag darauf aufmerksam, dass alle Menschen das Recht auf gute, sichere und faire Arbeitsbedingungen haben – auf angemessene Bezahlung, soziale Absicherung, Gesundheitsschutz und Respekt. Ins Leben gerufen wurde er von der Internationalen Gewerkschaftsbewegung. Er erinnert uns daran: Arbeit ist mehr als ein Kostenfaktor. Sie ist Grundlage unseres Zusammenlebens und verdient Anerkennung und Würde.

Doch gerade diejenigen, die unseren Alltag am Laufen halten, bleiben oft unsichtbar: Reinigungskräfte, Erntehelfer*innen, Beschäftigte in Transport und Logistik oder Menschen, die uns unser Essen liefern und servieren. Ihre Arbeit ist unverzichtbar – und doch sind viele von ihnen von hohem Arbeitsdruck, unsicheren Bedingungen und mangelnder Wertschätzung betroffen.

Rund um den Welttag für menschenwürdige Arbeit haben wir mit zwei Veranstaltungen im Bistum Aachen den Blick auf Menschen gerichtet, deren Arbeit allzu oft übersehen wird:

Filmabend in Düren: „Ich verstehe Ihren Unmut“

Diskussion nach dem Film

Im Anschluss an den Film haben wir gemeinsam darüber diskutiert, unter welchem Druck Reinigungskräfte arbeiten und was es bedeutet, in der Gesellschaft ganz unten zu stehen und kaum wahrgenommen zu werden.

Wie können wir das ändern? Indem wir Menschen ansprechen, uns für ihre Arbeit bedanken, ins Gespräch kommen und ihnen mit Respekt begegnen. Aber Wertschätzung darf nicht bei freundlichen Worten aufhören: Auch Arbeitgeber und Auftraggeber tragen Verantwortung. Bei der Vergabe von Aufträgen an Reinigungsfirmen müssen menschenwürdige Arbeitsbedingungen zählen – nicht allein der günstigste Preis.

Und es braucht mehr Solidarität: Wir müssen Strukturen stärken, in denen Beschäftigte ihre Rechte einfordern und sich gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen können.

Organisiert wurde diese Veranstaltung vom Katholikenrat Düren, dem DGB Kreisverband und der Betriebsseelsorge.

Straßenaktion in Aachen: „Unsichtbare Arbeit“

Die Tafel lud zu genauem Hinsehen ein

Mit unserer Straßenaktion in Aachen knüpften wir an die Aktion „Zu Tisch – alle?!“ der Solikollekte 2026 an, indem im Domhof eine festliche Tafel aufgebaut war.

Die Aktion lud dazu ein, genauer hinzuschauen und Fragen zu stellen, die im Alltag häufig unbeachtet bleiben: Wer erntet die Lebensmittel, die auf unseren Tellern landen? Wer transportiert sie, damit sie in unseren Geschäften und Küchen ankommen? Wer serviert uns das Essen – und wer liefert es bis an unsere Haustür?

Hinter jedem Lebensmittel, jeder Lieferung und jeder Mahlzeit stehen Menschen, deren Arbeit oft wenig Beachtung findet und unter widrigen Bedingungen stattfindet. Wir möchten diese Arbeit sichtbar machen und daran erinnern, dass faire Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit entlang der gesamten Liefer- und Dienstleistungskette wichtig sind.

Organisiert wurde diese Aktion vom AK Soli Aachen, der aus verschiedenen Akteuren der Arbeitslosenarbeit, u.a. Spectrum, JBH Stolberg, Amotima, KoKreis kirchlicher Arbeitsloseninitiativen und Katholikenrat Aachen besteht.

Was kann jeder und jede von uns tun?

eine nicht-abschließende Liste, als Resultat aus den Gesprächen:

  • Menschen wahrnehmen, ansprechen und ihnen Wertschätzung zeigen
  • nach den Arbeitsbedingungen hinter unseren alltäglichen Dienstleistungen fragen
  • Unternehmen und öffentliche Auftraggeber in die Verantwortung nehmen
  • solidarische Initiativen unterstützen und gemeinsam für faire Arbeitsbedingungen eintreten

 

Menschenwürdige Arbeit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie braucht politische und gesellschaftliche Verantwortung, faire Entscheidungen und Menschen, die nicht wegsehen.