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Betriebsseelsorge im Gespräch mit LKW-Fahrern:Zwischen digitalem Tacho, langen Touren und unbezahlten Urlaubstagen: Was LKW-Fahrer von ihrem Arbeitsalltag erzählen

Im Gespräch mit Fernfahrern
Datum:
31. Aug. 2026
Von:
Kathrin Henneberger

Immer wieder suchen die Betriebsseelsorge und ihre Partner den Kontakt zu Fernfahrer:innen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dabei wird auch auf die Arbeitsrechte und die Beratungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht. Diesmal fand die Aktion an der A46 statt.

Mit kollektivem sprachlichen Repertoire aus Deutsch, Englisch, Spanisch, Ukrainisch, Russisch, Polnisch, Ungarisch, Rumänisch und ein paar Brocken Georgisch sprachen wir letzte Woche an den Raststätten Vierwinden an der A46 LKW-Fahrer an und machten auf die kostenlosen arbeitsrechtlichen Beratungsangebote aufmerksam. Für gleich mehrere Fahrer erfreulicher Weise nichts Neues - sie seien schon in der Vergangenheit von uns oder Kolleg:innen von uns angesprochen worden!

Ein rumänischer Fahrer eines Planentransporters, der ausschließlich für Amazon unterwegs ist, bestätigte, dass er nun einen digitalen Tacho benutze und sich an die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten halte. Er merke spürbar, dass seine Arbeitstage dadurch kürzer geworden seien. Die Firma habe sie in einer mehrwöchigen Schulung intensiv in der Bedienung unterweisen lassen. Offenbar mit Erfolg - als wir mit ihm sprachen, war er gerade in Bereitschaft und wartete auf einen neuen Ladeauftrag, auf seinem Tacho hatte er das Briefumschlagsymbol bedient. Auch wenn eine Bereitschaftsphase mit ungewissem Ende durchaus ein Fall für das Hammersymbol ist, ist die Nutzung des üblicher Weise völlig vernachlässigten Briefumschlagsymbols ein für arbeitsrechtliche Berater:innen bemerkenswertes Ereignis. Nichts geändert hat sich aber an der Tatsache, dass er zum rumänischen Spesenmodell fährt und zweieinhalb Monate ununterbrochen unterwegs ist und ausschließlich in der winzigen Fahrerkabine lebt.

Auch georgische und indische Fahrer berichteten uns von mehrmonatigen Touren bei Zahlung nach rumänischen, litauischen oder slowakischen Spesenmodellen - obwohl die Unternehmensbasis sich in einigen Fällen in Deutschland oder den Niederlanden befand. Rumänische, belarusische und polnische Fahrer berichteten davon, dass die Freizeit zwischen den mehrwöchigen Touren nicht als bezahlter Urlaub gewehrt würde.

Eine gemeinsame LKW-Aktion der Beratungsstellen Arbeit (+in der Transformation), der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Kooperation mit Amos, Faire Mobilität und der Betriebsseelsorge