Am 20. Oktober 2026 wurde der Aktionstag nicht sichtbarer Behinderungen zum dritten mal deutschlandweit begangen:„Der Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“ (1. Samuel 16,7)

Menschen helfen Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen
Zur Gruppe zählen Menschen mit psychischen Erkrankungen (z. B. Depressionen, Angststörungen), neurologischen Erkrankungen (z. B. Migräne, Epilepsie), chronischen und multiplen Erkrankungen (z. B. Rheuma, ME/CFS, Endometriose), neurodivergenten Profilen (z. B. Autismus, ADHS, FASD) sowie Sinnesbeeinträchtigungen (z. B. Hör- oder Sehschädigung).
Hinzu kommen Menschen mit Suchterkrankungen, Wohnungslosigkeit oder Traumafolgen. Besonders häufig sind Frauen unterdiagnostiziert und zusätzlich belastet; auch queere Menschen sind überproportional betroffen. Studien zeigen zudem gehäufte Belastungen wie PTBS, Burnout oder Depression bei bestimmten Berufsgruppen (z. B. Pflegende, Ärztinnen und Ärzte, Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen, Führungskräfte) sowie bei Menschen mit Migrationshintergrund.
Helfen Sie mit einem einfachen Zeichen: dem Cor.System
Zeigen: mit beiden Händen ein Herz formen.
Sagen: „Cor.“
Schreiben: „Cor.“ aufschreiben oder ins Handy tippen.
„Cor“ ist Latein und heißt Herz. Wer das Zeichen sieht, weiß: Dieser Mensch ist gerade überfordert.
Helfen ist einfach: wenig reden, Ruhe anbieten, warten und da sein.
So können Sie in Ihrer Gemeinde oder Einrichtung die Bekanntmachung des Zeichens unterstützen:
1. Hängen Sie das Plakat (anbei, A3) in Ihren Schaukasten oder ins Gemeindehaus. Auf dem Plakat ist Platz für Ihren Kirchenstempel oder Ihr Logo – gern dürfen Sie es damit versehen.
2. Nehmen Sie das Zeichen in Ihre Arbeit mit Menschen auf: in der Kita, in der Kinder- und Jugendarbeit, im Konfirmanden- und Firmunterricht und im Gottesdienst.
Es braucht eine inklusive Gesellschaft
„Es braucht eine inklusive Gesellschaft, die mentale Gesundheit selbstverständlich lebt. Wir können nicht ständig fragen, ob eine Person, die fröhlich wirkt, möglicherweise Depressionen hat – oder ob ein Mensch, der wenig Mimik zeigt, Autist ist oder einfach schlechte Laune hat. Es geht darum, ein Selbstverständnis zu etablieren, wie es in anderen Ländern – etwa im Vereinigten Königreich oder im skandinavischen Raum – bereits vorgelebt wird: Eine neurodiverse Gesellschaft ist dort schlicht normal“, erklärt Anne Olschewski, Vorsitzende des Vereins gemeinsam zusammen e.V. Der Verein hat sich auf die Sensibilisierung von Kommunen, Politik und Wirtschaft konzentriert und alle Empfehlungen sind daher in erster Linie so formuliert, dass Nichtbehinderte sie nutzen können und als Werkzeug einsetzen.
Kontakt für Rückfragen:
gemeinsam zusammen e.V.
Rebecca Lefèvre
E-Mail: post@stille-stunde.com
Auf der Internetseite finden Sie:
– Viele Empfehlungen zum Abbau von Barrieren (Kindergarten, Spielplatz, Verhalten, Aktivitäten in der Kommune, Excel-Liste mit
Maßnahmen)
– Informationen zum Tag der nicht sichtbaren Behinderungen, Konzeptvorschläge, Medienvorlagen, Banner, Plakate
– Informationen zur Stillen Stunde, Leitfaden zur Umsetzung, Logo, Vorlagen wie Banner, Plakate, Roll-ups und mehr