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Am 20. Oktober 2026 wurde der Aktionstag nicht sichtbarer Behinderungen zum dritten mal deutschlandweit begangen:„Der Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“ (1. Samuel 16,7)

LIORA LIVE Plakat Kirchen A3-1
Dieser Satz beschreibt ziemlich genau, worum es uns geht. Ziel ist es, die große Zahl von Menschen sichtbar zu machen, deren Behinderungen im Alltag nicht erkennbar sind – und die bisher zu selten berücksichtigt werden. In jeder Gemeinde sind Menschen, denen man ihre Behinderung nicht ansieht: Kinder mit Autismus oder ADHS, Jugendliche, die in der Pubertät mit Ängsten, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen kämpfen, Erwachsene mit chronischen Erkrankungen, Schmerzen oder Erschöpfung. Sie alle gehören zur Gemeinschaft. Auch dann, wenn ihnen im Gottesdienst, in der Jugendgruppe oder beim Gemeindefest gerade alles zu viel wird. Der Verein gemeinsam zusammen e.V. hat 2024 den Tag der nicht sichtbaren Behinderungen ins Leben gerufen – als eines von vielen Projekten, die mehr Sichtbarkeit schaffen sollen.
Datum:
Mi. 14. Okt. 2026
Von:
Tanja Jünger

Menschen helfen Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen

Zur Gruppe zählen Menschen mit psychischen Erkrankungen (z. B. Depressionen, Angststörungen), neurologischen Erkrankungen (z. B. Migräne, Epilepsie), chronischen und multiplen Erkrankungen (z. B. Rheuma, ME/CFS, Endometriose), neurodivergenten Profilen (z. B. Autismus, ADHS, FASD) sowie Sinnesbeeinträchtigungen (z. B. Hör- oder Sehschädigung).

Hinzu kommen Menschen mit Suchterkrankungen, Wohnungslosigkeit oder Traumafolgen. Besonders häufig sind Frauen unterdiagnostiziert und zusätzlich belastet; auch queere Menschen sind überproportional betroffen. Studien zeigen zudem gehäufte Belastungen wie PTBS, Burnout oder Depression bei bestimmten Berufsgruppen (z. B. Pflegende, Ärztinnen und Ärzte, Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen, Führungskräfte) sowie bei Menschen mit Migrationshintergrund.

Helfen Sie mit einem einfachen Zeichen: dem Cor.System

Zeigen: mit beiden Händen ein Herz formen.
Sagen: „Cor.“
Schreiben: „Cor.“ aufschreiben oder ins Handy tippen.

„Cor“ ist Latein und heißt Herz. Wer das Zeichen sieht, weiß: Dieser Mensch ist gerade überfordert.

Helfen ist einfach: wenig reden, Ruhe anbieten, warten und da sein.

So können Sie in Ihrer Gemeinde oder Einrichtung die Bekanntmachung des Zeichens unterstützen: 
1. Hängen Sie das Plakat (anbei, A3) in Ihren Schaukasten oder ins Gemeindehaus. Auf dem Plakat ist Platz für Ihren Kirchenstempel oder Ihr Logo – gern dürfen Sie es damit versehen.
2. Nehmen Sie das Zeichen in Ihre Arbeit mit Menschen auf: in der Kita, in der Kinder- und Jugendarbeit, im Konfirmanden- und Firmunterricht und im Gottesdienst.

Es braucht eine inklusive Gesellschaft

„Es braucht eine inklusive Gesellschaft, die mentale Gesundheit selbstverständlich lebt. Wir können nicht ständig fragen, ob eine Person, die fröhlich wirkt, möglicherweise Depressionen hat – oder ob ein Mensch, der wenig Mimik zeigt, Autist ist oder einfach schlechte Laune hat. Es geht darum, ein Selbstverständnis zu etablieren, wie es in anderen Ländern – etwa im Vereinigten Königreich oder im skandinavischen Raum – bereits vorgelebt wird: Eine neurodiverse Gesellschaft ist dort schlicht normal“, erklärt Anne Olschewski, Vorsitzende des Vereins gemeinsam zusammen e.V. Der Verein hat sich auf die Sensibilisierung von Kommunen, Politik und Wirtschaft konzentriert und alle Empfehlungen sind daher in erster Linie so formuliert, dass Nichtbehinderte sie nutzen können und als Werkzeug einsetzen.

Kontakt für Rückfragen:

gemeinsam zusammen e.V.
Rebecca Lefèvre
E-Mail: post@stille-stunde.com

Web: www.stille-stunde.com

Auf der Internetseite finden Sie:

– Viele Empfehlungen zum Abbau von Barrieren (Kindergarten, Spielplatz, Verhalten, Aktivitäten in der Kommune, Excel-Liste mit

   Maßnahmen)

– Informationen zum Tag der nicht sichtbaren Behinderungen, Konzeptvorschläge, Medienvorlagen, Banner, Plakate

– Informationen zur Stillen Stunde, Leitfaden zur Umsetzung, Logo, Vorlagen wie Banner, Plakate, Roll-ups und mehr